Special drawing right / Sonderziehungsrecht
Vor dem Zusammenbruch der Bretton Woods Vereinbarung galten feste Wechselkurse zwischen den teilnehmenden Währungsräumen. Forderungen von Ländern gegenüber anderen, die nicht über verfügbare Geldbestände gedeckt werden konnten, mussten über die Deckungsreserve, d. h. Gold, ausgeglichen werden. Als sich hier Engpässe abzeichneten (1969) beschlossen die Währungsräume eine Ersatzreserve, d. h. eine Ersatzdeckung einzuführen, die aus dem Nichts geschaffen werden konnte („Papier-Geld“). Die Bezeichnung hierfür ist „Sonderziehungsrecht“. Gemäß ihrem Anteil am internationalen Währungs-fond wurde den Teilnehmern
erlaubt, entsprechend viel von dieser von allen Teilnehmern in ihrer Gesamthöhe festgelegten „Ersatzdeckung“ zu bilden, um damit Auslandsschulden zu begleichen. Vom Prinzip her stellen Sonderziehungsrechte so eine Art Weltwährung dar, deren gesamtes Emissionsvolumen von allen im IWF zusammenwirkenden Währungsräumen beschlossen und gemäß ihrem Anteil zugeteilt wird. Dies ist also ähnlich zu sehen dem Prinzip des Eurowährungsraums. Das Sonderziehungsrecht ist allerdings aktuell kein gesetzliches Zahlungsmittel, d. h. die Annahme mit schuldbefreiender Wirkung geschieht i. W. auf freiwilliger Basis oder um einen ggf. bestehenden Saldo zwischen Soll und Haben an Sonderziehungsrechten auszugleichen, da sonst Zinsen zu entrichten sind. In gewissen Umfang stellen die Verabredungen der teilnehmenden Währungsräume im IWF aber sicher, dass ein Teilnehmer, der kurzfristigen Liquiditätsbedarf in einer anderen Währung hat, seine Sonderziehungsrechte bei vom IWF ausgewählten anderen Partnern zumindest bis zu einer gewissen Höhe gegen eine frei konvertible Währung (US-Dollar, Euro, Britische Pfund, Yen) eintauschen kann. Nach dem Zusammenbruch der Bretton Woods Vereinbarung zur Gelddeckung über den Dollar und dem dann geltenden Regime der flexiblen Wechselkurse bestimmt sich der Wert von Sonderziehungsrechten aus der gewichteten Summe der vier wichtigsten Außenhandelswährungen US Dollar, Yen, Pfund
Sterling und Euro. Die Gewichtung reflektiert dabei den jeweiligen Exportanteil dieser Währungsräume und dem im Ausland gehaltenen Volumen der jeweils eigenen Währung.
