Unter einem RePo versteht man die Verabredung eines Kassa-Verkaufs zusammen mit einem Termin-Rückkauf. D. h. bei Abschluss eines RePo-Geschäftes erfolgt zum aktuellen Zeitpunkt (Kassa) der Verkauf z. B. einer Security und man verabredet zugleich den Rückkauf zu einem späteren Zeitpunkt (Termin). Beide Verabredungen werden aber als separate Geschäfte getroffen, d. h. sie sind juristisch nicht miteinander in Beziehung zu setzen. RePos wurden „erfunden“ u. a. um Steueroptimierungen vorzunehmen. Hierzu wurde beispielsweise für einen einzigen Tag eine Aktie kurz bevor eine Dividendenzahlung erfolgte, an jemanden in einem anderen Land verkauft, der unter steuerlichen Gesichtspunkten besonders attraktive Konditionen hinsichtlich der Besteuerung von Dividenden hat. Der verabredete Rückkauf der Aktien wurde dabei preislich so gestaltet, dass der Erwerber der Aktie einen Teil der Steuereinsparungen für seine Bemühungen bekam, der Rest minderte den Rückkaufspreis der Aktie. Über das RePo wurde so die Dividendenzahlung umgewandelt in einen Gewinn aus Aktiengeschäften. Man sagt hierbei auch, dass die juristische Eigentümerschaft (legal ownership) für einen gewissen Zeitraum auf den Käufer übergeht, demgegenüber aber die wirtschaftliche Eigentümerschaft (economic ownership) beim Veräußerer verbleibt. Die während des Zeitraums des RePos anfallenden Einnahmen, die aus dem Besitz des Papiers (der juristischen Eigentümerschaft) resultieren (insbesondere die Dividendenzahlungen), werden über den vereinbarten Rückkaufpreis an den ursprünglichen Besitzer weiter geleitet (nach Abzug einer gewissen Aufwandsentschädigung). Man bezeichnet dies als „manufactured payment“.
