Carry-Trade

Unter einem Carry-Trade versteht man ein kreditfinanziertes Investment in zwei unterschiedlichen Währungen, bei denen das Zinsgefälle ausgenutzt wird. Ist in einem Währungsraum das Zinsniveau besonders niedrig und in einem anderen Währungsraum dagegen höher, so kann ein Investor, der in dem einen Land einen Kredit zu einem niedrigen Zinssatz aufnimmt, in dem anderen Land mit diesem aufgenommenen Geld ein Investment tätigen (beispielsweise auch eine Schuldverschreibung des jeweiligen Staates oder einer anderen Institution erwerben, die gegenüber dem Kreditzins eine höhere Rendite als Ertrag zu realisieren gestattet).Der Gewinn ist zunächst einmal die Differenz aus der Investment-Rendite und dem Kreditzins. Kommt es in Folge einer Geldmengenausweitung dann zu inflationären Tendenzen in dem Währungsraum, in dem der Kredit aufgenommen wurde, so ist zu erwarten, dass bei Fälligkeit des Kredites, die sinnvollerweise mit der Auszahlung des Investments (Fälligkeit, Refinanzierung oder Verkauf) zusammenfällt, der Wechselkurs gegenüber dem Zeitpunkt der kreditfinanzierten Investition für den Investor günstiger ist. Nimmt der Investor beispielsweise einen Kredit in Yen mit 1 % Kreditzins auf, wechselt den Yen in US $ (z.B. 110 zu 1) und kauft damit eine US-Schuldverschreibung mit beispielsweise 5 % Rendite, so macht er zunächst einen Gewinn von 4 %. Wenn er nun bei Fälligkeit der US-Schuldverschreibung den Dollarbetrag ausbezahlt bekommt und der Kurs US $ zu Yen nun aufgrund inflationärer Tendenzen in Japan (durch die Geldmengenausweitung) z.B. 120 zu 1 ist, so muss der Investor weniger $ für die Rückzahlung seines in Yen aufgenommenen Kredites aufbringen. Er profitiert insofern gleich doppelt.